Unsere Gäste am Mi. 13.06.2018

Turid Müller:

Polit-Chansons & Musik-Kabarett

zeigt Auszüge aus Ihrem Programm „Teilzeitrebellin“

In Begleitung mit dem Pianisten...

 

Die Glass Eaters, ist wieder komplett.

 

holderdie hoodie da sind sie wieder.

Coco & Hoppo

Timo Kaufmann

ob solo oder im Duo immer witzig und spritzig.

Elvis ist immer in der Nähe.

Selfmade-Band

Gitarre, Schlagzeug, Gesang minimalistischer geht es kaum noch.

Mit eigenen Texten und Musik kommen sie an diesem Abend zum Bären.

Yvette Chelou

noch Fragen?

 

 

Kabarett

Das Kabarett ist eine Form der Kleinkunst, in der darstellende Kunst (schauspielerische Szenen, Monologe, Dialoge, Pantomime), Lyrik (Gedichte, Balladen) oder Musik miteinander verbunden werden. Kabarett ist in seiner Motivation gesellschaftskritisch, komisch-unterhaltend und/oder künstlerisch-ästhetisch.

 

Das Wort „Kabarett“ stammt vom französischen cabaret (Schänke oder Kneipe) und wurde später zu „Kabarett“ [kabaˈʀɛt] eingedeutscht. Das Wort Cabaret selbst wird international und historisch oft gleichbedeutend mit Revue verwendet. In der Schweiz und in Österreich hat sich wie bei vergleichbaren Begriffen die französische Aussprache [kabaˈʀe] erhalten. Zuweilen wird auf die Bedeutung des Wortes „Kabarett“ als einer drehbaren Speiseplatte mit kleinen Fächern oder Schüsselchen hingewiesen.

 

Die Grenzen zwischen Kabarett zu Comedy und Stand-up-Comedy sind bisweilen fließend; so können Künstler wie zum Beispiel Michael Mittermeier, Django Asül, Josef Hader oder Alfred Dorfer immer wieder nur schwer eindeutig dem Kabarett oder der Comedy zugeordnet werden. Grundsätzlich steht im Kabarett eher eine pointierte Kritik öffentlicher Ereignisse oder Personen aus Politik und Gesellschaft durch den Kabarettisten im Mittelpunkt, während bei Comedy und Stand-up-Comedy oft eher die komische Schilderung von Konflikten mit der eigenen Umwelt im Vordergrund steht.

 

Die Verbindung vom Schauspiel mit seinen epischen und dramatischen Elementen, Lyrik und Musik kann sehr unterschiedliche Kabarettformen hervorbringen. Häufige Stilelemente sind die Satire und Parodie, die sich dann in einem Sketch ausdrücken, sowie Sarkasmus und Ironie.

 

Eine Kabarettveranstaltung ist zuweilen in „Nummern“ (Sketches, Lieder, Parodien, Schmähreden) aufgeteilt, die durch Conférencen verbunden werden. Dieses „Nummernkabarett“ wurde in Österreich u. a. von Josef Hader und Alfred Dorfer zu einer zwanglosen poetischen Erzählung weiterentwickelt. Eine Sonderform stellt das „Vortragskabarett“ dar, wobei hier alle Stilelemente eines konventionellen Bühnenvortrags (Beamer, Overheadprojektor, Flipchart usw.) mit schauspielerischen Elementen (Kostüm, Maske, Gesang usw.) verbunden wird.

 

Kabarett findet traditionell auf einer Bühne vor Publikum und seit den 1960er Jahren in Hörfunk und Fernsehen statt. Beispiele aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind Scheibenwischer, Mitternachtsspitzen und Neues aus der Anstalt sowie dessen Nachfolge-Sendung Die Anstalt.

 

Anfang der 1880er Jahre wurde in Paris mit dem cabaret artistique von Rodolphe Salis das erste Kabarett eröffnet. Am 18. November 1881 erhielt es den Namen Le Chat Noir und es sollte „politische Ereignisse persiflieren, die Menschheit belehren, ihr ihre Dummheit vorhalten, dem Mucker die schlechte Laune abgewöhnen.“ Es wurde schnell auch zu einer Stätte, in der die Artisten, damit waren im Paris des 19. Jahrhunderts sämtliche Künstler gemeint, ihre Nummern ausprobierten und sich gegenseitig vorführten, bevor sie dem Publikum vorgestellt wurden.

 

Zwanzig Jahre später mietete Ernst von Wolzogen in Berlin in der Alexanderstraße 4 die Sezessionsbühne und eröffnete am 18. Januar 1901 die Kleinkunstbühne „Überbrettl“, die jedoch bereits mit Ende der Spielzeit 1902/03 in Liquidation ging.[6]

 

Etwa zur selben Zeit bildete sich in München die Gruppe Elf Scharfrichter, die ihr Kabarett nach einer Europatournee und anschließender Auflösung der Gruppe 1904 nach Wien brachten. Hier gab es allerdings schon seit 1901 das Kabarett von Felix Salten.

 

Einer der ersten Kabarettstars in Deutschland war Otto Reutter, dessen Couplets inzwischen 100 Jahre überdauert haben. Die strenge Theaterzensur im Kaiserreich sorgte dafür, dass im Kabarett des beginnenden 20. Jahrhunderts jegliche Form der öffentlichen Kritik verboten war. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Zensur auf Theater und Kabarettprogramme aufgehoben, und die Kabarettisten konnten ab 1919 auf die aktuellen politischen Entwicklungen und die soziale Situation der Menschen eingehen. In dieser Zeit blühte das deutsche Kabarett erstmals auf und brachte neben Otto Reutter, der bis 1931 sein Alterswerk schuf, so unterschiedliche Künstler wie Claire Waldoff, Werner Finck (1929–1935 beim Kabarett Die Katakombe), Hans Deppe, Isa Vermehren, Rudolf Platte, Ivo Veit oder Karl Valentin (auch Direktor des Münchener Kabaretts „Wien-München“) hervor. Für das Kabarett schrieben damals angesehene Autoren wie Kurt Tucholsky und Erich Kästner. Klaus Mann verfasste für das Kabarett seiner Schwester Erika Mann, „Die Pfeffermühle“, Couplets und Texte.

 

 

Eingang zum academixer-Keller in Leipzig

Ab der Machtübernahme der NSDAP wurden diese geistvolle Zeitkritik bekämpft und die Akteure verfolgt, mit schwerwiegenden Folgen für das Kabarett in Deutschland: Finck zum Beispiel wurde 1935 verhaftet und im KZ Esterwegen interniert, Tucholsky starb Ende desselben Jahres an einer Überdosis Tabletten. Max Ehrlich wurde am 1. Oktober 1944 in Auschwitz ermordet. Viele der deutschsprachigen Kabarettisten begaben sich ins Exil in die Schweiz, nach Frankreich, Skandinavien oder in die USA. Die Folge war, dass es in Deutschland selbst nur noch das staatlich kontrollierte Kabarett gab, das immer stärker zu einer Bühne für volksdeutsche Witzeerzähler verkam oder das Publikum zum Durchhalten aufforderte. Zeit- oder Systemkritik selbst starb jedoch nicht aus, konnte aber nur noch „unter der Hand“ in privatem Kreis erfolgen.

 

 

Urban Priol 2011

Ab 1945 sorgten die Besatzungsmächte dafür, den Deutschen die Gräuel der nationalsozialistischen Herrschaft näher zu bringen. Zur „Umerziehung“ gehörte auch das kulturelle Leben. So halfen die Kulturoffiziere der Militärregierungen dabei, Theater und Kabarett in Gang, neue und bisher verbotene Stücke auf die Bühne zu bringen. Fast vergessen ist, dass es unmittelbar nach 1945 auch in der sowjetischen Besatzungszone eine relativ freie Kabarettszene gegeben hat, so in Leipzig das von Ferdinand May 1945 gegründete „Literarische Kabarett“ (ab 1947 „Die Rampe“). Erst Mitte der 1950er Jahre wurden die freien Kabaretts durch das propagandistische Kabarett ersetzt. Im Westen prangerten schnell die „Tol(l)eranten“ in Mainz (mit Hanns Dieter Hüsch), das „Kom(m)ödchen“ in Düsseldorf (mit Kay und Lore Lorentz), „Die Schaubude“ in München (1945–1948 mit Ursula Herking, Bum Krüger, Hellmuth Krüger, Monika Greving, Karl Schönböck, Bruno Hübner) - der ein paar Jahre nach der Schließung die Kleine Freiheit und noch später die „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ (mit Dieter Hildebrandt, Klaus Havenstein, Achim Strietzel, Ursula Herking, Hans Jürgen Diedrich und Sammy Drechsel) folgten - sowie „Die Stachelschweine“ in Berlin (mit Rolf Ulrich, Inge Wolffberg, Günter Pfitzmann, Jo Herbst, Wolfgang Gruner, Achim Strietzel) Themen wie die Bundesregierung des damaligen Kanzlers Konrad Adenauer, den Kalten Krieg und später die Auswüchse des Wirtschaftswunders an.

 

Die vielfältigen Probleme der ständig gefährdeten „Insel der Freiheit“ West-Berlin wurden vorwiegend in Günter Neumanns (1913–1972) Kabarett „Die Insulaner“ glossiert.

 

Die Programme dieser Kabarettisten der 1950er Jahre wurden durch die Entdeckung der Satire als kabarettistisches Stilmittel erstmals große Publikumserfolge, die sich auch im jungen deutschen Fernsehen fortsetzten. 1953 wurde in Berlin-Ost „Die Distel“ als erstes staatliches Kabarett der DDR eröffnet – zensiert und ohne staatskritische Themen. Weitere ostdeutsche Kabaretts wie die „Kneifzange“ und die „Leipziger Pfeffermühle“ folgten, hatten aber beim Wortwitz stets auf die besonderen Gäste im Publikum zu achten, die man, so Peter Ensikat, sofort daran erkannte, „… dass sie erst dann zu lachen anfingen, wenn der dienstvorgesetzte Nebenmann dies ebenfalls tat.“ Das DDR-Kabarett war alsbald in die staatlichen Theater-Strukturen eingebunden und musste den „scharfen Grat zwischen Anpassung und verschlüsselter Kritik“ begehen, wo es „zuweilen virtuos die Quadratur des Kreises seilzutanzen“ hatte, wie Volker Kühn als „graue Eminenz des Kabaretts“[7] und ausgewiesener Kenner seiner Geschichte feststellte.[8]

 

In den 1960er Jahren waren es in Westdeutschland vor allem Kabarettisten wie Wolfgang Neuss („Das jüngste Gerücht“, „Neuss Deutschland“ (eine Zeitung), „Die Villon Show“, „Asyl im Domizil“), Heinz Erhardt („Noch'n Gedicht“) oder Werner Finck (Kabarett „Nebelhorn“ in Zürich), die neben den großen Kabarett-Ensembles aus Düsseldorf, München und Berlin dem Zeitgeist ihren Wortwitz entgegensetzten. Ende der 1960er Jahre spaltete die Studentenbewegung Teile des Kabaretts in Deutschland. Künstler wie Hanns Dieter Hüsch wurden ausgepfiffen, weil die Studenten in ihnen Teile des Establishments sahen. Die erstmals 1966 bei den Wühlmäusen zu sehende kabarettistische Großform (Autor dieses Programms war Heio Müller) wurde von weiteren Kabaretts aufgegriffen.

 

In den 1970er Jahren entwickelten sich weitere neue Formen des Kabaretts wie Dieter Hildebrandts kabarettistische TV-Sendung „Notizen aus der Provinz“ und ab 1977 das Szenekabarett „Die 3 Tornados“. Noch in den ausgehenden 1980er Jahren war politisches Kabarett in der Bundesrepublik angesehener Teil der Gesellschaftskritik und gewann nach der Vereinigung von Bundesrepublik und DDR nochmals kurz an Bedeutung. Neue Künstler wie der Frankfurter Matthias Beltz („Vorläufiges Frankfurter Fronttheater“) oder Mathias Richling setzten Zeichen. In den 1990er Jahren wurde das Kabarett aber gleich von mehreren Seiten verdrängt. Der Comedy-Boom – Comedy ist mit dem Kabarett verwandt, aber meistens nicht politisch – , das Privatfernsehen und die damit verbundene Prioritätensetzung der öffentlich-rechtlichen Anstalten sowie ein geringer werdendes Interesse des Publikums sorgten für einen Rückgang von Kabarettprogrammen. In der ARD verblieb einzig die Sendung „Scheibenwischer“ (mit Bruno Jonas und Mathias Richling) im Programm bzw. die Nachfolge-Sendung unter dem Titel „Satire Gipfel“ mit Mathias Richling,

Quelle: Wikipedia

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